Hellmann Globetrotter: Julian Basse
Seit fast 20 Jahren prägt Julian Basse seine Karriere bei Hellmann mit klarem internationalem Fokus. Was mit einer Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung in Osnabrück und einem anschließenden Studium im Bereich Management mit Schwerpunkt Transport, Logistik und Supply Chain Management begann, führte ihn in Führungspositionen nach Asien, Nordamerika und Europa.
Heute verantwortet er die globale QHSE Organisation von Hellmann. QHSE steht für Quality, Health, Safety und Environment und umfasst weltweit die Bereiche Compliance, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Qualitätsmanagement.
Julian, internationale Erfahrungen haben deine Laufbahn von Anfang an geprägt. Wie hat alles begonnen?
Für mich stand früh fest, dass ich internationale Erfahrungen sammeln möchte. Noch bevor ich bei Hellmann gestartet bin, habe ich während meines Zivildienstes ein Jahr im Vereinigten Königreich verbracht. Diese Zeit hat mein Interesse am Leben und Arbeiten im Ausland geweckt und mich in meinem Wunsch bestärkt, in einem internationalen Umfeld tätig zu sein. Auch deshalb habe ich mich für die Logistik entschieden.
Meine erste Station im Ausland bei Hellmann folgte 2006 während meiner Ausbildung mit einem Aufenthalt in Australien. Zwei Jahre später, zwischen Ausbildungsabschluss und Studienbeginn, übernahm ich eine Rolle als Project Manager im Bereich European Road Freight in Lichfield im Vereinigten Königreich. Im Studium bot sich dann die nächste Chance: Ich verbrachte insgesamt sechs Monate in China mit einem Praxissemester in Shanghai und einem Studiensemester in Beijing. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich schließlich mein erster langfristiger Einsatz in China.
Du bist anschließend nach China und später in die USA gegangen. Wie sah dieser Weg konkret aus?
2012 bin ich nach Shanghai gegangen und habe dort drei Jahre im Bereich Contract Logistics als Business Developer für Nordchina gearbeitet. In dieser Zeit habe ich auch meine Frau kennengelernt. Nach drei Jahren war für mich der Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu gehen, und wir haben gemeinsam entschieden, unseren Weg im Ausland fortzusetzen. Da meine Frau aus Brasilien kommt, war es für uns beide reizvoll, zumindest geografisch etwas näher an ihre Heimat zu rücken.
Über mein Hellmann Netzwerk ergab sich die Möglichkeit, in die USA zu wechseln. 2015 sind wir nach New Jersey gezogen, wo ich als Warehouse und Logistics Product Manager tätig war. Im Zuge der Restrukturierung 2017 sind wir nach Miami umgezogen. Dort habe ich zunächst die Verantwortung für einen Warehouse Standort übernommen und anschließend ein Team aufgebaut, das großvolumige Trucking Projekte für einen Kunden aus dem Bereich erneuerbare Energien betreut hat. Insgesamt haben wir etwas mehr als fünf Jahre in den USA gelebt. Unsere Tochter wurde in Miami geboren, was uns in dieser Phase auch dazu bewegt hat, unsere familiäre Situation neu zu betrachten.
Nach acht Jahren im Ausland bist du nach Deutschland zurückgekehrt und bist dennoch international aktiv geblieben.
Nach meiner Rückkehr im November 2020 bin ich in das Internal Audit Team in Osnabrück gewechselt und war, wann immer es möglich war, weltweit unterwegs, um Audits durchzuführen. Auch in dieser Rolle blieb ich also stark international eingebunden.
Im Oktober 2024 habe ich meine aktuelle Position als Global Head of QHSE übernommen. Seitdem hat sich meine Reisetätigkeit deutlich reduziert, da die Organisation heute global aufgestellt ist und mit klaren regionalen Verantwortlichkeiten arbeitet. Das weiß meine Familie sehr zu schätzen.
Wie leicht ist es dir gefallen, dich in neue Länder und Rollen einzufinden?
Insgesamt verliefen die Wechsel sehr reibungslos, weil Hellmann und die lokalen HR Teams gut vorbereitet waren. In China war es aufgrund der Sprachbarriere zeitweise anspruchsvoller, aber wir haben immer einen Weg gefunden, damit umzugehen.
Besonders geholfen haben mir die vielen Kolleginnen und Kollegen sowie Führungskräfte mit internationalem Hintergrund. Sie kannten solche Situationen aus eigener Erfahrung und haben mich sowohl fachlich als auch persönlich jederzeit unterstützt.
Gab es etwas, das du während deiner Zeit im Ausland besonders aus Deutschland vermisst hast?
Natürlich haben mir Familie und Freunde gefehlt, besonders während meiner Zeit in China. Eine eher unerwartete Sache, die ich dort vermisst habe, war die Freiheit, selbst Auto zu fahren. Auch wenn man in Shanghai kein eigenes Auto braucht, hat mir das Gefühl gefehlt, spontan einsteigen und einfach losfahren zu können.
Ab und zu habe ich auch deutsches Essen vermisst. In einer internationalen Metropole wie Shanghai war es allerdings kein Problem, vertraute Gerichte zu finden. Gleichzeitig war es spannend, immer wieder neue Geschmacksrichtungen zu entdecken, denn die Stadt und ganz China bieten eine enorme kulinarische Vielfalt.
In den USA war unsere Situation insgesamt anders. Mit dem Auto kam für mich auch ein Stück Unabhängigkeit zurück, das ich in China vermisst hatte. Außerdem hatten wir viel Besuch von Familie und Freunden, unser Haus war oft voller Leben. Dadurch fühlte sich die Entfernung zur Heimat deutlich weniger groß an.
Wenn du heute zurückblickst, was nimmst du aus deinen internationalen Erfahrungen mit?
Das Leben und Arbeiten im Ausland hat mir gezeigt, dass man an jeder Herausforderung wächst, beruflich wie persönlich. Man lernt, mit Rückschlägen umzugehen, entwickelt Widerstandskraft und gewinnt einen klareren Blick auf das, was wirklich zählt. Der Austausch mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensrealitäten erdet und erweitert den eigenen Horizont.
Eine kleine persönliche Anekdote erinnert uns bis heute an unseren internationalen Weg: Meine Frau und ich haben in den USA geheiratet, unsere ältere Tochter wurde in Miami geboren, unsere jüngere in Deutschland. Durch unterschiedliche Regelungen und Rahmenbedingungen trägt jedes Familienmitglied heute eine leicht andere Variante unseres Nachnamens. Same same, but different. Darüber müssen wir oft schmunzeln und es ist für uns ein schönes Symbol für den gemeinsamen Weg, den wir gegangen sind.
Vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast, Julian.
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